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Deutsche Banken lehnen 16 Prozent und mehr ihrer potenziellen Geschäftskunden mit kleinen Betrieben ab – mit negativen Konsequenzen für die finanzielle Inklusion und Transparenz

  • Laut einer Studie geben 58 Prozent der Befragten in deutschen Finanzinstituten an, 11-20 Prozent der potentiellen Kunden aufgrund der Prüfungen zu Know-Your-Customer oder zum Kreditrisiko abzulehnen
  • 79 Prozent sind der Meinung, dass die Vorteile einer globalen Customer Due Diligence die potentiellen Hürden überwiegen
  • 74 Prozent geben an, dass sie bereit sind, mit Fachkollegen zusammenzuarbeiten, um die erstmalige Kundenprüfung, Aktivitäten zu Know-Your-Customer und das Beobachten von Sanktionslisten zu bündeln

03/11/2016

Atlanta und Frankfurt – Deutsche Finanzinstitute fördern nicht nur die finanzielle Inklusion von Menschen, indem sie diese in das Finanzsystem einbinden, beispielsweise über ein Bankkonto. Sie erhöhen auf diese Weise auch die Transparenz, denn durch die Aufnahmen zusätzlicher Personen können neue Daten erfasst werden, die für das Risikomanagement der Finanzinstitute wichtig sind. LexisNexis® Risk Solutions hat in der internationalen Studie „Financial Inclusion & Transparency“ erhoben, dass die Mehrheit der Banken diese Informationen gerne mit anderen Instituten teilen und hierfür mit ihnen zusammenarbeiten würde.

In der globalen Studie, für die 33 Experten des deutschen Finanzsektors mit Verantwortung im Bereich Anti-Geldwäsche befragt wurden, konnten Erkenntnisse zum Nutzen internationaler Kooperationen erhoben werden. Alle in Deutschland Befragten (100 Prozent) sind überzeugt, dass ein Customer-Due-Diligence-Prozess, der auf globaler Ebene durchgeführt werden würde, viele Vorteile hätte. Dieser könnte dazu beitragen, die Effizienz zu steigern sowie die Datenqualität zu verbessern und schließlich durch bessere Entscheidungen die Reputation des Unternehmens zu schützen. 

Ein Großteil der in deutschen Finanzinstituten Befragten (74 Prozent) würde solche Kooperationen eingehen, um die erstmalige Kundenprüfung, die Know-Your-Customer-Aktivitäten und die Beobachtung von Sanktionslisten zu optimieren. Allerdings würden nur 68 Prozent der Befragten anderen Daten zur Verfügung stellen, um Verbesserungen in diesen Prozessen zu erzielen. Ein Großteil der Befragten (79 Prozent) ist jedoch überzeugt, dass Banken von gemeinsam genutzten Daten profitieren würden.

Die Befragten gaben unterschiedliche Vorteile an: So könnte durch finanzielle Inklusion beispielsweise die Menge der Daten vergrößert werden, auf die zur Kundenüberprüfung zurückgegriffen werden kann (34 Prozent). Daneben könnte der Service verbessert werden, weil den Kunden der Zugang zu zusätzlichen Dienstleistungen schneller ermöglicht werden könnte (60 Prozent).

45 Prozent der Befragten geben an, dass sie 16 bis 25 Prozent der potenziellen Kunden ablehnen. Bei weiteren 10 Prozent ist die Quote der abgelehnten Kundenanfragen sogar noch höher. Nur Brasilien weist noch höhere Ablehnungsquoten auf. Die Studie macht außerdem deutlich, dass deutsche Banken im Vergleich zu anderen Ländern, die in die Studie einbezogen wurden, deutlich länger brauchen, um neue Kunden zu überprüfen: 53 Prozent der Befragten brauchen hierfür zwischen zwei und fünf Tagen. Die Befragten in deutschen Banken geben an, dass vor allem die mangelhafte Qualität und die Überprüfung der Daten zeitaufwändig sind. Verursacht werden die Schwierigkeiten bei der Überprüfung vor allem durch schlechte Bonitäten und zu wenige Daten, um die Kreditwürdigkeit bewerten zu können.

„Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass Banken nicht nur durch die steigenden Kosten für Compliance gefordert sind, sondern auch Kunden und Geschäfte deshalb verlieren, weil die erstmalige Prüfung problematisch sein kann“, so Seyfi Günay, Head of Sales für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei LexisNexis Risk Solutions. Im Vergleich hierzu lehnt weltweit die Hälfte der Banken 6-15 Prozent ihrer potenziellen Kunden ab. Obwohl es in Deutschland das Recht auf ein Bankkonto gibt, werden auch hier Kunden abgelehnt, beispielsweise, wenn es um zusätzliche Leistungen geht.  Günay erklärt weiter: „Es muss berücksichtigt werden, dass allein der Zugang zu einem Basiskonto nicht ausreichend ist. Wirkliche finanzielle Inklusion fängt an, wenn Privatkunden und kleineren Unternehmen verschiedene Finanzdienstleistungen angeboten werden. Dazu gehören vor allem Kredite, denn viele Banken haben keinen ausreichenden Zugang zu den Daten der Basiskonten. Für ein zufriendenstellendes Maß an finanzieller Inklusion und den Aufbau von Kreditwürdigkeit ist es aber notwendig, Privatkunden Produkte wie Kreditkarten anzubieten und kleinen Betrieben Kreditlinien bereitzustellen, damit diese über ein ausreichendes Working Capital verfügen."

Die vollständige Studie lesen Sie hier.

Methodik der Studie „Financial Inclusion & Transparency“ von LexisNexis® Risk Solutions 
LexisNexis® Risk Solutions hat online 305 Experten mit Verantwortungsbereichen zu Anti-Geldwäsche in acht Ländern (USA, Großbritannien, Deutschland, Brasilien, Mexiko, China, Hong Kong und Singapur) befragt. Die Studie fragte nach dem Interesse an einem globalen System zu Customer-Due-Diligence-Prüfungen sowie nach erhöhter finanzieller Inklusion und Transparenz. LexisNexis Risk Solutions wurde nicht als Sponsor der Studie genannt. Die Daten wurden zwischen dem 17. und 25. August 2016 erhoben.

Über LexisNexis® Risk Solutions
LexisNexis Risk Solutions nutzt das Potenzial von Daten und hochentwickelten Analysetechniken, die wichtige Einblicke liefern, mit denen Unternehmen und staatliche Einrichtungen Risiken minimieren und bessere Entscheidungen zugunsten der Menschen rund um den Globus treffen können. Wir bieten Daten- und Technologielösungen für unterschiedliche Branchen wie Versicherungen, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Regierungen an. Mit Sitz im Ballungsraum Atlanta, Georgia, sind wir mit Niederlassungen weltweit vertreten und Teil der RELX (LSE: REL/NYSE: RELX), einem weltweit führenden Anbieter von Informations- und Analyselösungen für Unternehmenskunden aus unterschiedlichsten Industriezweigen. Weitere Informationen finden Sie unter www.risk.lexisnexis.com/de und www.relx.com.

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