10/02/2026
FRANKFURT — Eine Studie von LexisNexis® Risk Solutions zeigt, wie Cyberkriminelle das Dark Web für Betrugsgeschäfte nutzen. Der Bericht „Fraud for Sale: Untangling the Dark Web“ ist Teil des jährlichen Global State of Fraud Report. Die Erkenntnisse basieren auf einer im Jahr 2025 in Auftrag gegebenen Studie über das Dark Web.
Wichtige Ergebnisse
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Dark Web groß angelegte Kriminalität begünstigt, indem es Personen mit ausreichenden IT-Kenntnissen einen einfachen Zugang zu Know-how und Instrumenten für Betrug an Privatpersonen und Unternehmen verschafft. Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsorgane schließen zwar regelmäßig illegale Marktplätze, doch entstehen rasch neue Angebote, um die anhaltende Nachfrage der kriminellen Szene zu bedienen.
„Die verborgene Struktur des Dark Web zieht das kriminelle Milieu seit mehr als einem Jahrzehnt an und schützt Betrüger vor Aufdeckung“, sagt Kimberly Sutherland, Global Head of Fraud and Identity bei LexisNexis Risk Solutions. „Unsere Analyse bringt nun ans Licht, was Cyberkriminelle dort konkret tun und welche Kontrollmechanismen sie am schwersten umgehen können. Rückmeldungen aus der Szene zeigen klar, was ihre Aktivitäten am stärksten behindert: Echtzeit-Liveness-Prüfung, Kontoaktivitäten, Telefon- und E-Mail-Analysen sowie Geräte-Fingerprinting, um nur einige zu nennen.“
KI frustriert Betrüger
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und sogenannter Deepfakes zu Betrugszwecken ist inzwischen umfassend belegt. Der Bericht zeigt jedoch, dass in Dark-Web-Foren zunehmend Frustration über neue KI-gestützte Erkennungssysteme herrscht. Diese Systeme werden von Banken und anderen Institutionen eingesetzt und sind in der Lage, etwa Blutfluss oder Mikro-Muskelbewegungen zu analysieren. Für potenzielle Täter stellen solche Technologien offenbar eine erhebliche Hürde dar. Ein Nutzer kommentierte resigniert: „Es gibt keine Möglichkeit, sie zu umgehen.“ Gleichzeitig stießen die Autoren auf Forenbeiträge, in denen teils kreative Versuche beschrieben werden, die Kontrollen zu unterlaufen, unter anderem durch den Einsatz von Latexmasken.
Mehrere Marktplätze bieten etablierte E-Mail-Konten und Geräte an, die einfache Prüfmechanismen bestehen können. Häufig werden zudem „betrugsbereite“ Bankkonten gehandelt, einschließlich Zugangsdaten und bereits erfolgreich durchlaufener Identitätsprüfungen.
Sutherland ergänzt: „Unsere Recherche zeigt das Dark Web als eine Art Betrugs-Supermarkt, der Tätern leichten Zugang zu Wissen und Instrumenten für unterschiedlichste Delikte verschafft. Damit können sie Bankkonten, Dispositionskredite oder Darlehen beantragen, Kundenkonten im Handel anlegen und Einkäufe tätigen, meist ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.“
„Besonders besorgniserregend ist, dass viele Angebote mit Videoanleitungen versehen sind, die Einsteigern Schritt für Schritt erklären, wie Betrug begangen wird. So entsteht weltweit eine niederschwellige Betrugsindustrie. Positiv ist jedoch, dass wir Cyberkriminellen nicht schutzlos ausgeliefert sind. Je schneller sie neue Technologien einsetzen, desto deutlicher wird, wie dieselben KI-Innovationen ihre Aktivitäten vereiteln können.“
Kein sicherer Hafen für Cyberkriminelle
Paradoxerweise zeigt die Studie auch, dass das Dark Web selbst für Täter kein geschützter Raum ist. Sogenannte Exit-Scams sind weit verbreitet: Betreiber von Marktplätzen stellen den Handel abrupt ein und verschwinden mit den Geldern ihrer Kunden. Dies hat einige Plattformen dazu veranlasst, Maßnahmen zur Untermauerung ihrer Legitimität zu ergreifen - etwa indem sie Fehlverhalten öffentlich anprangern, Nutzer ausschließen oder den Verkauf bestimmter, für Käufer nachweislich wertloser Produkte untersagen. In der Folge fand der Bericht Hinweise darauf, dass vereinfachte, leichter zugängliche Varianten dieser Dark-Web-Marktplätze mit ähnlichen Angeboten zunehmend auf etablierten sozialen Plattformen außerhalb des Dark Web auftauchen.
Weitere Informationen zu aktuellen Betrugstrends bietet der LexisNexis® Risk Solutions Global State of Fraud and Identity Report 2026, der zum Download verfügbar ist.LexisNexis® Risk Solutions nutzt das Potenzial von Daten und fortschrittlichen Analysen, um Erkenntnisse zu liefern, die Unternehmen und Regierungsbehörden dabei helfen, Risiken zu reduzieren und Entscheidungen zu verbessern, die Menschen auf der ganzen Welt zugutekommen. Wir bieten Daten- und Technologielösungen für ein breites Spektrum von Branchen, einschließlich Versicherungen, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Behörden an. Unser Hauptsitz ist in Atlanta, Georgia, doch wir haben Niederlassungen auf der ganzen Welt. Wir sind Teil von RELX (LSE: REL/NYSE: RELX), einem globalen Anbieter von informationsbasierten Analyse- und Entscheidungshilfen für Geschäftskunden. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte LexisNexis Risk Solutions and RELX.
Pressekontakte
Mike Normansell
Leitender PR-Manager
[email protected]
+44 7743899948