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Synthetische Identitäten und agentische Bots, die menschliches Verhalten imitieren, treiben den weltweiten Anstieg von Betrugsangriffen um 8 %, so LexisNexis Risk Solutions

Der neueste Cybercrime Report zeigt einen deutlichen Anstieg bei synthetischem Identitätsbetrug, Bot-gesteuerten Angriffen und Kontoübernahmen weltweit, während First-Party-Fraud weiterhin die am häufigsten gemeldete Betrugsform bleibt.

26/03/2026

FRANKFURT — Der jüngste Cybercrime Report von LexisNexis® Risk Solutions analysiert zentrale globale Betrugstrends des vergangenen Jahres. Grundlage ist die Auswertung von mehr als 116 Milliarden Online-Transaktionen, die 2025 über das LexisNexis® Digital Identity Network® erfasst wurden. Der Report weist einen Anstieg der globalen Betrugsraten um 8 % aus. Treiber sind insbesondere Angriffe auf die Gaming- und Glücksspielbranche sowie den E-Commerce-Sektor, anhaltender Kostendruck durch steigende Lebenshaltungskosten und neue Betrugsmuster.

Wichtigste Erkenntnisse des Cybercrime Reports 2026:

  • First-Party-Fraud dominiert: Betrug durch Kunden zulasten von Unternehmen bleibt zum zweiten Mal in Folge die weltweit führende Betrugsquelle und macht nahezu zwei von fünf Fällen (38,3 %) aus. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: In EMEA entfallen über die Hälfte der Betrugsfälle (51,7 %) auf First-Party-Fraud, während dieser Anteil in Lateinamerika unter 10 % liegt. Dort hingegen ist synthetischer Identitätsbetrug mit 48,3 % wesentlich stärker verbreitet.
  • Synthetischer Betrug nimmt deutlich zu: Mehr als jeder zehnte Betrugsfall (11 %) basiert inzwischen auf einer synthetischen Identität. Dies entspricht einem achtfachen Anstieg gegenüber dem Vorjahr und macht diese Form zur am schnellsten wachsenden Betrugsart weltweit. Sie steht für eine strategische Verschiebung von kurzfristigem Opportunismus hin zu langfristig angelegten Vorgehensweisen, da der Aufbau entsprechender Identitäten mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Täter kombinieren gestohlene Identitätsmerkmale, um neue, scheinbar legitime Identitäten zu schaffen und nutzen diese für unterschiedliche Deliktsformen. Aufgrund fehlender unmittelbarer Geschädigtenmeldungen und hoher Ertragspotenziale gewinnt diese Methode global an Bedeutung, insbesondere in Lateinamerika (48,3 %).
  • Agentischer Datenverkehr steigt um 450 % in 2025: Der Anstieg steht vor allem im Zusammenhang mit Kreditkartenzahlungen und Logins auf Gaming- und Glücksspielplattformen. Zwar gibt es keine eindeutigen Hinweise auf missbräuchliche Nutzung, doch stellen solche agentischen Systeme langfristig eine neue Herausforderung für die Betrugserkennung dar. Sie etablieren neben menschlichen Interaktionen und klassischen, regelbasierten Bots eine dritte Kategorie digitaler Interaktion.
  • „Bad Bots“ imitieren menschliches Verhalten zunehmend präzise: Sie sind in der Lage, menschliche Verhaltensmuster – etwa Mausbewegungen auf Login-Seiten – realitätsnah nachzuahmen, um verhaltensbasierte Betrugserkennungssysteme zu umgehen. 2025 stieg die Zahl solcher Angriffe um 59 %, während Kriminelle diese Technologien testen und operationalisieren. Deutliche Ausschläge im Identity Abuse Index wurden insbesondere im März und April sowie erneut im August 2025 verzeichnet.
  • E-Commerce und Online-Wettkonten im Fokus: Die Angriffsrate im E-Commerce stieg im Jahresvergleich um 64 %, während Login-basierte Angriffe zur Übernahme von Kundenkonten um 216 % zunahmen. Wachstum zeigte sich in allen Regionen, besonders ausgeprägt in Nordamerika und APAC. Plattformen für Gaming und Glücksspiel verzeichneten 2025 einen globalen Anstieg der Angriffsrate um 76 %.

„Betrug entwickelt sich mit der digitalen Innovation weiter und gewinnt an Dynamik“, erklärt Stephen Topliss, Vice President Fraud and Identity bei LexisNexis Risk Solutions. „Während Unternehmen ihre Abwehrmechanismen über alle Kanäle hinweg stärken, skalieren kriminelle Netzwerke ihre Automatisierung, passen ihre Taktiken an und testen systematisch Schwachstellen entlang der gesamten digitalen Customer Journey. Zunehmend setzen Angreifer auf fortgeschrittene Bots und KI-gestützte Tools, um menschliches Verhalten zu imitieren und Sicherheitsmechanismen mit bislang unerreichter Geschwindigkeit und Präzision zu prüfen.“

Regionale Entwicklungen verdeutlichen differenzierte Bedrohungslagen:

  • EMEA: Die Angriffsrate stieg erstmals seit mehreren Jahren signifikant an, um 27 % im Jahresvergleich. Haupttreiber sind Versuche der Kontoübernahme, bei denen Schwachstellen in Authentifizierungsprozessen digitaler Dienste gezielt ausgenutzt werden.
  • Nordamerika: Im Jahresverlauf kam es zu wiederkehrenden Spitzen bei E-Commerce-Betrugsaktivitäten, während die Gesamtangriffsrate mit rund 2,2 % stabil blieb. Angriffe konzentrieren sich vor allem auf Login-Prozesse und E-Commerce-Plattformen.
  • APAC: Die Region verzeichnet weiterhin starkes Wachstum digitaler Transaktionen bei gleichzeitig steigender Betrugsaktivität. Die Angriffsrate erhöhte sich auf 1,7 %. Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg von Angriffen über Desktop-Browser, da Betrüger zunehmend auf fortgeschrittene automatisierte Werkzeuge setzen.
  • Lateinamerika: Das Betrugsgeschehen bleibt branchenübergreifend heterogen. Gleichzeitig nehmen Risiken durch synthetischen Identitätsbetrug zu, insbesondere im Zuge wachsender digitaler Dienstleistungen und regulierter Online-Gaming-Märkte.

Topliss ergänzt: „Cyberkriminelle experimentieren mit denselben Technologien, die den digitalen Handel transformieren. Unternehmen müssen sich auf ein Umfeld einstellen, in dem sowohl legitime Nutzer als auch böswillige Akteure automatisierte Agenten für Online-Interaktionen einsetzen. Erfolgreich werden diejenigen sein, die sicher zwischen Menschen, Bots und agentischen Systemen unterscheiden und zugleich die zugrunde liegende Intention bewerten können. Zugleich beobachten wir eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen mit globaler „digital intelligence“, fortgeschrittener Analytik und belastbaren branchenübergreifenden Partnerschaften. Unternehmen, die Risiko- und Bedrohungsinformationen teilen, sind am besten positioniert, um Verbraucher zu schützen und Vertrauen in die digitale Ökonomie aufzubauen.“

Download Evolving Threats Beneath the Surface LexisNexis® Risk Solutions Cybercrime Report hier.

Methodik: Der Report analysiert mehr als 116 Milliarden Transaktionen, die zwischen Januar und Dezember 2025 über das LexisNexis Digital Identity Network verarbeitet wurden. Identifiziert werden Betrugsversuche in nahezu Echtzeit entlang der gesamten digitalen Interaktionskette, von der Kontoeröffnung über Logins und Zahlungsprozesse bis hin zu ergänzenden Vorgängen wie Passwortzurücksetzungen und Überweisungen.
Über LexisNexis® Risk Solutions

LexisNexis® Risk Solutions nutzt das Potenzial von Daten und fortschrittlichen Analysen, um Erkenntnisse zu liefern, die Unternehmen und Regierungsbehörden dabei helfen, Risiken zu reduzieren und Entscheidungen zu verbessern, die Menschen auf der ganzen Welt zugutekommen. Wir bieten Daten- und Technologielösungen für ein breites Spektrum von Branchen, einschließlich Versicherungen, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Behörden an. Unser Hauptsitz ist in Atlanta, Georgia, doch wir haben Niederlassungen auf der ganzen Welt. Wir sind Teil von RELX (LSE: REL/NYSE: RELX), einem globalen Anbieter von informationsbasierten Analyse- und Entscheidungshilfen für Geschäftskunden. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte LexisNexis Risk Solutions and RELX.

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