07/10/2026
FRANKFURT — Drei Viertel der Finanzinstitute büßen durch fehlgeschlagene Zahlungen jährlich bis zu 5 Millionen US-Dollar an Kundenumsätzen ein. Das zeigt die aktuelle Studie „True Impact of Failed Payments 2026“ von LexisNexis Risk Solutions.
Der Studie zufolge entstehen bei 37 % der Finanzinstitute Kosten von mehr als 20 US-Dollar je fehlgeschlagener oder verzögerter Zahlung. Über Gebühren lassen sich diese Verluste jedoch nicht vollständig ausgleichen: In der Regel werden pro gescheiterter Transaktion lediglich 11 bis 15 US-Dollar erhoben.
Neben den finanziellen Einbußen belasten fehlgeschlagene Zahlungen die Kundenbeziehungen und verursachen unnötigen operativen Aufwand. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung von 150 Führungskräften aus dem Zahlungsverkehr von Finanzinstituten in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und der Region Asien-Pazifik (APAC).
Die Studie 2026 belegt, dass viele gescheiterte Zahlungen auf grundlegende Datenprobleme zurückgehen. So sind fehlerhafte Angaben zum Begünstigten für 21 % der Fälle verantwortlich, während Probleme mit der Kontonummer und falsche Bankverbindungsdaten jeweils rund 15 % ausmachen.
„Fehlgeschlagene Zahlungen stehen im Zentrum der Effizienzbemühungen von Finanzinstituten, die das Straight-Through-Processing vorantreiben und ISO-20022-Nachrichtenstrukturen weiter in ihren Systemen verankern wollen“, sagt Vijay Nagarajan, Director of Market Planning, Payments Efficiency bei LexisNexis Risk Solutions. „Sie führen zu finanziellen Verlusten, Reibung im Kundenverhältnis und operativer Nacharbeit. Die gute Nachricht: Viele davon sind vermeidbar. Bessere Daten,
Validierung und Screening helfen, Probleme bereits bei der Zahlungsauslösung zu erkennen, und ermöglichen durchgängig automatisierte, reibungslose grenzüberschreitende Zahlungen.“
Potenzial für höhere STP-Quoten
Die Studie zeigt erheblichen Verbesserungsspielraum beim Straight-Through-Processing (STP), einer zentralen Kennzahl für die Effizienz im Zahlungsverkehr. Das gilt insbesondere für grenzüberschreitende Transaktionen.
Lediglich 2 % der Finanzinstitute geben an, hier eine STP-Quote von nahezu 100 % zu erreichen, und nur 9 % liegen über 95 %. Vier von fünf Finanzinstituten sind mit ihren derzeitigen Werten unzufrieden, und jede zehnte grenzüberschreitende Zahlung scheitert im ersten Anlauf.
Die Folgen summieren sich rasch. Ein typisches Finanzinstitut der Studie wickelt täglich rund 10.000 grenzüberschreitende Zahlungen ab. Bei einer STP-Quote von 95 % müssten Tag für Tag noch immer 500 Zahlungen manuell nachbearbeitet werden. Bei durchschnittlichen Kosten von 12,10 US-Dollar entspräche das direkten Kosten von mehr als 6.000 US-Dollar pro Tag oder rund 2,2 Millionen US-Dollar pro Jahr. Hinzu kommt gegebenenfalls ein größeres Operations-Team, das solche Fehler korrigiert und die Betriebskosten zusätzlich erhöht.
Auch auf Kundenseite sind die Auswirkungen deutlich spürbar: Ein Drittel der Finanzinstitute berichtet, durch fehlgeschlagene Zahlungen zwischen 2 % und 5 % seiner Kunden zu verlieren, während 90 % hohen STP-Quoten einen positiven Einfluss auf die Kundenbindung bescheinigen.
Daraus ergibt sich ein klarer Ansatzpunkt. Leistungsfähigere Lösungen für Zahlungsscreening, Validierung und Abwicklung können die Datenqualität verbessern, die Zahl der Ausnahmefälle senken und die STP-Quoten steigern. Von den Finanzinstituten, die bereits Lösungen zur Validierung von Zahlungsdaten eingeführt haben, melden zwei von fünf eine Verbesserung ihrer STP-Quote um mehr als 25 %.
„Fehlgeschlagene Zahlungen gelten häufig als unvermeidliche Folge der Komplexität des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs“, erklärt Robin LoGiudice, Strategic Advisor bei Datos Insights. „Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass viele dieser Fälle auf klar identifizierbare Mängel in den Zahlungsdaten zurückgehen, etwa bei den Angaben zum Begünstigten, den Kontonummern und den Bankverbindungsdaten. Wer Datenqualität und Validierung früher im Zahlungsprozess verbessert, kann die Zahl gescheiterter Zahlungen reduzieren, operative Kosten senken und das Kundenerlebnis aufwerten.“
Regionale Unterschiede
Die Leistungsfähigkeit im Zahlungsverkehr variiert je nach Region erheblich. Europa schneidet am besten ab: Hier melden 92 % der Finanzinstitute, dass weniger als 5 % ihrer Zahlungen fehlschlagen oder sich verzögern, gefolgt von APAC mit 77 % und Nordamerika mit 69 %. Im Nahen Osten trifft dies dagegen nur auf rund zwei von fünf Finanzinstituten zu, in Lateinamerika auf 26 % und in Afrika auf 19 %.
„Diese Unterschiede spiegeln abweichende regionale und interne Rahmenbedingungen wider, etwa verschiedene Clearingsysteme, lokale Vorschriften, spezifische Anforderungen an Zahlungsdaten und fehlende regionale Marktstandardisierung“, so Nagarajan weiter. „Eine fragmentierte Bankeninfrastruktur, das Korrespondenzbankgeschäft, zusätzliche Compliance-Anforderungen und uneinheitliche Zahlungsdaten können für weitere Reibungsverluste sorgen, insbesondere in weniger standardisierten Märkten.“
Er ergänzt: „Angesichts wachsender Volumina im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr bieten höhere STP-Quoten Finanzinstituten einen praktikablen Weg, vermeidbare Kosten zu senken, die operative Effizienz zu steigern und ein besseres Kundenerlebnis zu schaffen. Der durch ISO 20022 ermöglichte Datensatz ist ein Schritt auf dem Weg zu einem schnellen, reibungslosen Zahlungserlebnis.“
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